Eine Massage entspannt nicht nur deine Psyche, auch deine Muskeln profitieren davon
11. Oktober 2021
von Nikola Trboglav

Neue Studie sicher

Mehr Muskeln mit Massagen

Massagen allein lassen deinen Bizeps nicht sprießen, aber immer hast du ab heute einen Grund mehr, deine(n) Partner(in) um eine Massage zu bitten: Massagen nach dem Sport haben laut aktueller Harvard-Studie einen positiven Effekt aufs Muskel-Wachstum.

Das klingt mal angenehm! Entspannen und regenerieren nach einer Einheit im Gym und zack wachsen die Muskeln? Wirklich überraschend ist das für die Profis unter uns nicht. Massagepistolen, Faszienrollen, Kompressionstherapien, Eisboxen und auch klassische Massagen – sie alle bezwecken auf unterschiedliche Art und Weise dasselbe: Die Mini-Risse und Entzündungen, die durch das Training in den Muskeln entstehen und häufig als Muskelkater wahrgenommen werden sollen durch sie aus den Zellen „rausgespült“ werden und verhelfen dem Muskelgewebe so, schneller zu regenerieren. Da Muskeln nach einem gesetzten Trainingsreiz erst in der Regenerationsphase wachsen und du diese durch Massagen unterstützt, können sie so auch schneller entwickeln.

Laut Studienleiter Bo Ri Seo schien es wissenschaftlich bis dato unmöglich die wohltuende Wirkung von Massagen und anderen Mechanotherapien auf den Körper zu untersuchen, „nun zeigt unsere Arbeit aber einen sehr klaren Zusammenhang zwischen mechanischer Stimulation und Immunfunktion.“ Laut der Untersuchung hat das Harvard-Team feststellen können, dass mechanische Belastungen wie Massagen Immunzellen schnell aus verletztem Gewebe entfernen – was auch den Prozess des Muskelregeneration fördert.

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Die Entzündungsreaktion des Körpers ist vor allem in den Anfangsstadien der Heilung wichtig für die Regeneration – genauso wichtig ist, dass die Entzündung schnell aufgelöst wird, damit die regenerativen Prozessen ihren vollen Verlauf nehmen können. Für die Verringerung des entzündeten Muskelgewebes sind vor allem Neutrophile wichtig, eine Art weißer Blutkörperchen. „Neutrophile sind dafür bekannt, Krankheitserreger und beschädigtes Gewebe abzutöten und zu beseitigen. In dieser Studie haben wir ihre direkten Auswirkungen auf das Verhalten von Muskelvorläuferzellen identifiziert“, so Co-Zweitautorin Stephanie McNamara.“

Nicht nur für die Harvard-Forscher ein bemerkenswertes Ergebnis, das u.a. zeigt, dass wir in der Lage sind unser Immunsystem medikamentenfrei zu beeinflussen und so die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren – und das „nur“ durch etwas vermeintlich Einfaches wie einer mechanischen Massage. Ob nun die klassische Massage, Faszienrollen, Massagepistolen oder Kompressionstherapie das Nonplusultra für deine Muskeln sind, ist nicht eindeutig. Aber eine Massage nach dem Training in jedweder Form sollte zumindest nicht schaden.