Sport und Erkältung
Ab ins Gym oder ab ins Bett?
Jeder von uns ist wahrscheinlich schon einmal krank ins Büro oder zur Schule gegangen. Wer arbeiten kann, kann auch zum Sport? So simpel ist das nicht.
Du bist krank und fühlst dich nicht gut. Du glaubst nun, dass du dich mit Sport besser fühlen würdest. Dieses Denken kann schnell nach hinten losgehen.
Besonders im Herbst und Winter bist du aufgrund der kälteren Temperaturen und der Feuchtigkeit anfälliger für Erkältungen oder besser grippale Infekte. Experten raten bei Infekten in jedem Fall dazu, das Trainingsprogramm maximal reduziert durchzuführen. Profisportler trainieren in dem Fall auch nur dosiert und/oder unter ärztlicher Aufsicht.
Ab nach draußen!
Frische Luft hilft dir. Am besten, wenn ein wenig Sonne scheint. Das Vitamin D stärkt dein Immunsystem. Aber einen Halbmarathon solltest du nicht absolvieren. Lieber einen zügigen Spaziergang oder ein wenig Radfahren. Je nachdem, was du deinem Körper zutraust. Komm aber nicht auf die Idee, ihm zu zeigen, wer der „Herr im Haus“ ist. Da wirst du schnell den Kürzeren ziehen. Mit einem harten Training schwächst du dein Immunsystem nur noch mehr.
Joggen im kommoden Tempo ist hingegen bei einem leichten (!) Schnupfen durchaus hilfreich. Der Grund: Die Nase wird besser durchblutet. Das erhöht die Temperatur und die Viren werden „verdampft“. Achte aber darauf, dass du davor und danach genug Flüssigkeit zu dir nimmst.
Sauna ist eine gute Idee – aber nur, wenn du gesund bist
Aus medizinischer Sicht spricht auch nichts gegen einen Besuch im Gym. Sofern du die Trainingsgeräte vor und nach dem Gebrauch gründlich desinfizierst. Aber aus sportlicher Sicht ist trainieren mit Erkältung Humbug. Du bist unkonzentriert und wirst somit schlampig bei der Ausführung. Außerdem ist es nicht ratsam, bei Infekten an deine Leistungsgrenze zu gehen. Ein Krafttraining muss hingegen anstrengend sein.
Zu viel sportliche Anstrengung unterstützt deinen Körper nicht bei der Selbstheilung, sondern macht es nur noch schlimmer. Dementsprechend ist das Ausschwitzen einer Erkältung in der Sauna ein Mythos.
Wie kann ich mich schützen?
Mach keinen Sport, dann steckst du dich nicht bei anderen an. Das ist natürlich nicht die Lösung. Es ist aber eine Tatsache, dass du beispielsweise nach einer kräftezehrenden HIIT-Einheit anfälliger bist. Das liegt am Ungleichgewicht, das dann in deinem Körper herrscht. Es dauert manchmal mehrere Stunden, bis du nach so einer krassen Einheit wieder „ausgependelt“ bist.
Bei einem Training hast du Zellen „zerstört“, die nun wieder repariert werden. In dieser Zeit ist Keimen und Krankheitserregern Tür und Tor geöffnet. Dies kannst du jedoch mit entsprechender Kleidung, ausreichender Flüssigkeitsaufnahme, gutem Abtrocknen von Haut und Haaren nach dem Duschen oder entsprechender Regeneration ausgleichen. Auch mit der richtigen Nahrung nach dem Workout machst du dich gesünder. Kohlenhydrate helfen dir, schneller ins innere Gleichgewicht zu kommen.
Bei Fieber ist das Bett dein Gym
Ein absolutes Tabu ist Sport mit Fieber. Das fängt bei einer Körpertemperatur von über 37,5 Grad an. Das Fieber ist eine Kriegserklärung an die Keime. Es ist eine hohe Belastung für deinen Körper, mit der er voll und ganz ausgelastet ist. Jede weitere Belastung ist somit kontraproduktiv. Höre auf deinen Körper! Mit dem Fieber schreit er dich quasi an, dass etwas nicht in Ordnung ist und Ruhe statt Gym gewünscht ist.
Wenn du krank bist, ist es wichtig, viel zu trinken. Damit ist allerdings nur Wasser und Tee (gern mit Honig, der enthält entzündungshemmende Substanzen) gemeint. Deine Nieren sollten jetzt auf Hochtouren arbeiten. So werden die Giftstoffe aus dem Körper gespült. Warmer/heißer Tee begünstigt dies noch mehr als Wasser. Das (jetzt wird es etwas eklig) entschleimt den Körper. In diesem Sinne: Gute Besserung!